Deutschland
ein Land voller Raser ? startseite
Viele werden sich an den Unfall von Juli 2003 bei Bruchsal bei Karlsruhe erinnern. Eine junge Frau geriet mit ihren Kleinwagen von der Fahrbahn ab und rammte eine Baum, wodurch ihr Baby und sie getoetet wurden. Ein Testfahrer naeherte sich von hinten mit ueber 200 Km/H.
Darauf zog sich eine Welle von Berichtserstattungen durch die Medien von Spiegel, Focus-TV und verschiedene andere Magazine zeigten uns die allzeit bekannten Videos der Polizei, wo Ausnahme-situationen zu sehen sind. Auch Polizeibeamten aus Aschaffenburg (Nordbayern) zeigten ganz stolz neue Videoverfolgungstechnik mit der sie Verkehrsuender noch genauer messen koennen. Und so zeigten jene Beamten in dem Beitrag des Bayrischen Rundfunk stolz einen Fall wo sie eine Frau mit 30 Km/h zu schnell auf der Autobahn erwischt haben. Aehnliche "gravierende Faelle" wurden auch noch gezeigt.
Aber noch einmal zurueck zu den Fall in Karlsruhe, mit der toten Frau und Baby. Schauen wir uns einmal uneingenommen die Fakten an. Der Fahrer des Mercedes fuhr auf der dritten Spur ueber 200 Km/h, das ist erlaubt. Die 21-jaehrige Frau mit Kind wie viel Erfahrung und wie schnell duerfte sie gefahren sein. Erfahrung duerfte sie wohl kaum haben und sehr schnell duerfte sie wohl auch nicht gefahren sein. Also was macht eine langsam fahrende (120Km/h ?) Frau auf der dritten Spur. Wie regiert diese unerfahrene Frau auf ein sich schnell von hinten naeherndes Auto, wohl mit Panik die in ein toetliches Ereignis endete. Wenn man die Fahrerflucht des Mercedesfahrer ausblendet, kann man diesem Fahrer keinen Vorwurf machen.
Wer traegt aber nun die Verantwortung an diesen Unfall
mit einer toten Frau und Baby?
Es ist der Gesetzgeber, der es zulaesst Autofahrer ohne grosse Fahrpraxis uneingeschraenkt am Strassenverkehr teilnehmen zu lassen. Fuer den Fuehrerschein lernt man sehr viel Theorie, wie man Sprit spart, was jedes kleine Verkehrszeichen zu bedeuten hat und man muss in der Theorie sehr hohe Punktzahl erreichen. Aber von der Praxis hat man sehr wenig Ahnung. Man lernt nicht sein Auto in Grenzsituationen zu beherrschen, wie auf Glatteis oder Schnee, wie das richtige Vollbremsen geht und schon gar nicht lernt man, was es bedeutet auf der Autobahn schnell zu fahren oder wenn andere auf einen schnell zu gefahren kommen. Der ADAC fordert zu recht die Ausbildung hier der Praxis anzupassen, den Einsatz von Simulatoren, wo man auch Trunkenheitsfahren simulieren kann und viele andere Grenzsituationen.
Ich bin es als Autofahrer manchmal leid, so langweilig belehrende Sendungen nach jeden schweren Unfall mir ansehen zu muessen, an den Folgen aendern sie nichts. Ausserdem planen viele Staedte die Einnahmen aus Verkehrsverstoessen fest in den Haushalt ein und schaffen Situationen, wie den Abbau von Parkplaetzen um Verstoesse zu foerdern.